«Ehrenmord»-Prozess Hamburg: Angeklagter muss lebenslänglich ins Gefängnis
Hamburg (ddp/nb). Im aktuellen Prozess um den sogenannten Ehrenmord an der Deutsch-Afghanin Morsal O. aus der Hansestadt Hamburg ist der angeklagte 24 jährige Bruder des Opfers am heutigen Freitag wegen Mordes zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe vom Hamburger Gericht verurteilt worden. Das zuständige Landgericht der Stadt Hamburg sah es als erwiesen an, dass der 24 jährige Ahmad-Sobair O. seine 16 Jahre alte Schwester am 15. Mai des letzten Jahres auf einem Parkplatz im Hamburger Stadtteil St. Georg mit mindestens 23 Messerstichen ermordet hatte. Der 24 Jahre alte Mann hatte sich später der Hamburger Polizei freiwillig gestellt und in einer Vernehmung das erwähnte Verbrechen gestanden.
Das Hamburger Gericht folgte damit der Forderung der federführenden Hamburger Staatsanwaltschaft. Die zuständige Verteidigung des 24 jährigen Angeklagten hatte dagegen ihrerseits auf Totschlag im Affekt plädiert, da der 24 jährige Ahmad-Sobair O. wegen einer sogenannten narzisstischen Persönlichkeitsstörung vermindert schuldunfähig sei.
Der aktuelle Fall hatte auch deutschlandweit für großes Entsetzen gesorgt: Die 16 jährige Morsal O. soll bereits vor der schrecklichen Tat seit mehreren Jahren unter dem ständig steigenden Druck ihrer Familie gelitten haben, weil diese den westlich orientierten Lebensstil der 16 jährigen missbilligte. Das 16 Jahre alte Mädchen war wiederholt in entsprechende Einrichtungen des zuständigen Jugendnotdienstes untergebracht worden. Zudem hatte das 16 Jahre alte Mädchen ihren Bruder bereits mehrfach bei der Polizei angezeigt, die Anzeigen aber immer wieder von selbst zurückgezogen.
(Foto: dergloeckel.eu)