Greifswald Schönwalde II: Überfall auf Polizisten aufgeklärt
Jugendliche Molotow-Werfer vor dem zuständigen Haftrichter
Greifswald (ddp-dnb). Wenige Stunden nach der entscheidenden Vernehmung zeigt sich der zuständige Chef des Polizeidirektion Anklam nochziemlich stark erschüttert.
In seiner mehr als 40-jährigen Dienstzeit sei dem Beamten der deutschen Polizei ein derart skrupelloser Übergriff auf Beamte der Polizei noch nicht untergekommen, teilte Klaus Wils am heutigen Dienstag mit. Es sei dem Beamten der Polizei unbegreiflich, mit welcher Heimtücke, Skrupellosigkeit, Gewaltbereitschaft und Gleichgültigkeit drei junge männlichen Personen in der Nacht zum Montag der laufenden Woche in der norddeutschen Stadt Greifswald gegen zwei seiner Beamten vorgegangen seien. Andererseits sei der Beamte sehr zufrieden, dass der Überfall mit Molotow-Cocktails so schnell von einer entsprechenden Sonderermittlungsgruppe vollständige aufgeklärt worden sei.
Kurz vor Mitternacht in der Nacht auf Montag hatte ein Anrufer unter fingiertem Namen die Polizeileitstelle in der STadt Anklam über einen angeblichen Übergriff auf eine Frau im Greifswalder Wohngebiet Schönwalde II verständigt. Daraufhin wurde eine zuständige Streifenbesatzung zum angegebenen Tatort geschickt.
Kurz vor dem Eintreffen der Polizeibeamten seien auf einmal drei Feuerbälle auf das langsam fahrende Fahrzeug zugeflogen, erinnerte sich einer der beidenBeamten der Greifswalder Polizei . Zwei der Molotow-Cocktails explodierten unmittelbar vor beziehungsweise neben dem Wagen der Polizeistreife. “Nicht auszudenken, was den beiden Familienvätern geschehen wäre, wenn der Dienstwagen der Polize in Feuer aufgegangen wäre”, erklärte Wils in einer entsprechenden Stellungnahme.
Einige Zeit später später stießen die zuständigen Ermittler auf eine markante Fußspur im frischen Schnee vor jener Telefonzelle, von der der vermeintliche Anruf im Vorfeld gekommen war. Weil sich der entsprechende Abdruck auch am Tatort und an einem nahe gelegenen Hauseingang wiederfand, wurden Bewohner des Hauses von den Beamten befragt. Sie machten entsprechende Angaben über eine Wohnung, in der es in der besagten Nacht zu großen Lärm und Ruhestörung gekommen sei. Die Ermittler der norddeutschen Polizei fanden in dieser Wohnung nicht nur den Schuh mit dem passenden Sohlenprofil, sondern auch diverse Utensilien zur Herstellung von sogenannten Molotow-Cocktails, die zu den jungen Tatverdächtigen führten.
Die drei jungen männlichen Personen im Alter von 16, 18 und 23 Jahren sind der Polizei allerdings im Vorfeld schon aufgefallen. Die beiden jüngeren, aus den beiden norddeutschen Städten Rostock und Greifswald stammenden Jugendlichen waren bereits in erster Linie wegen Diebstahl, Körperverletzung und Sachbeschädigung auffällig geworden. Die drei jungen Männer gaben im Anschluss an, mit dem Überfall am vergangenen Montag , die “Polizei ärgern zu wollen”. Der mutmaßliche Haupttäter sprach im Gegensatz zu den anderen beiden Tätern unverhohlen von einer gezielten Tötungsabsicht gegen die Beamten. Ein politisches Motiv sei nicht erkennbar, betonte ein zuständiger Ermittler in einer Stellungnahme. Der aus der Stadt Karlsburg stammende 23-Jahre alte Mann sei bereits einige Male vorbestraft. Zuletzt habe er bis Mai des vergangenen Jahres wegen versuchten Totschlags in der Jugendvollzugsanstalt der Stadt Neumünster eingesessen.
Die Staatsanwaltschaft der norddeutschen Stadt Stralsund beantragte noch am Dienstag der laufenden Woche gegen den 23-Jahre alten Mann Haftbefehl wegen versuchten Mordes. Die beiden anderen , ebenfalls festgenommenen Tatverdächtigen sollen am Mittwoch der laufenden Woche dem zuständigen Haftrichter vorgeführt werden.
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